Azubis Finden

Auszubildende finden

Lehrlinge finden und binden. von Kerstin Dämon, wiwo.de. Die überregionale Rekrutierung hilft damit auch gegen den Lehrlingsmangel.

Praktikanten gefragt! So finden Firmen engagierte MitarbeiterInnen

"Eine qualifizierte Auszubildende ist so selten zu finden wie eine Knitterfalte in Nicole Kidmans Gesicht", denken einige der HR-Experten. Seit Jahren beklagen sich deutsche Firmen über Nachfolgeprobleme. Noch drastischer ist das Ergebnis des Trainee-Reports 2017 des Infoportals ausbildung.de. Danach kann nur ein knappes Drittel der Belegschaft offene Ausbildungsplätze schnell ausfüllen, und die meisten Betriebe (58 Prozent) erhalten gar nicht genug Bewerber.

Aber auch eine erfolgversprechende Anwendung ist kein Anlass, sich für Personalverantwortliche zu freuen. Doch nicht nur der Bevölkerungswandel macht den Betrieben Sorgen um die Bildung. Zahlreiche Jugendliche mit guten Schulabschlüssen flirten mit einer Berufsausbildung in anderen osteuropäischen Staaten. Durch die zunehmende Globalisierung stehen die deutschen Unternehmer nicht mehr nur miteinander im Wettbewerb um talentierte Nachwuchskräfte, sondern auch mit internationalen Mitbewerbern.

Darüber hinaus leiden die Betriebe in diesem Land unter dem schlechten Bild der Berufsausbildung, die immer mehr Schulabsolventen an die Universitäten bringt. Günstige Lückenschließung bei personellen Engpässen, Mehrarbeit, schlechter Entlohnung und fehlenden Ausbildungsinhalten sind die ständige Kritik an Auszubildenden, die ihre Frustration über Internet-Plattformen wie "Dr. Azubi" ausdrücken. Anstatt jedoch die Ansprüche an die Auszubildenden für die Aufnahme von Bewerbungen resignierend zu reduzieren, können Personalverantwortliche andere Massnahmen zur Nachwuchsförderung einleiten.

In der Ausbildung oder im Ausbildungsvertrieb besteht eine reale Möglichkeit, dem bedrohlichen Mangel an Fachkräften zu begegnen. Definitionsgemäß deckt es alle Massnahmen ab, die von Betrieben ergriffen werden, um von potentiellen Auszubildenden als attraktiven Arbeitsgeber wahrgenommen zu werden. Personalverantwortliche sollten daher nicht nur wissen, was die jungen Menschen bewegt und welche Angebote sie motivieren können.

Auch die konkreten Trainings-Marketingmaßnahmen müssen sich am kommunikativen Verhalten der Zielgruppen ausrichten. Nach Angaben der Jungen Herz-Agentur sind viele Betriebe beispielsweise mit Schulmarketingaktionen oder mobilem Recruiting auf Erfolgskurs. Die Personalmarketingagentur gibt auf ihrer Webseite praxisnahe Einstiegshilfen in das Trainee-Marketing. Zunächst einmal ist es notwendig, ein einzigartiges Verkaufsargument zu finden. Deshalb sollten sich Unternehmer fragen: Was unterscheidet Ihr Haus von anderen aus?

Welche Vorteile haben Absolventen junger Schulen, wenn sie ihre Berufsausbildung bei Ihnen durchlaufen? Ist es beispielsweise möglich, dass jeder Auszubildende ein eigenes Notizbuch oder ein eigenes Handy für die Berufsausübung hat? Nimmt die Firma an den Monats- oder Jahreskarten für den ÖPNV teil? Wie sieht es mit den Karrieremöglichkeiten nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung aus?

Recruutainment, d.h. ein kurzweiliges Bewerbererlebnis, ist ein wichtiger Bestandteil des Trainee-Marketings. Doch auch klassischere Massnahmen verspricht man. Darüber hinaus fördert das BMBF mit dem Förderschwerpunkt BERUFSTARTER Betriebe bei der Auszubildenden. Unter anderem finden Betriebe hier spannende Beispiele aus der Praxis für gelungenes Trainingsmarketing.

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