Ausbildungsplätze Nrw 2017

Lehrstellen Nrw 2017

Bildung in NRW: Dem Abwärtstrend entgegenwirken. Lage auf dem Lehrstellenmarkt - Stand per 30.09.2017

Soeben hat die BA die Kennzahlen zur Lage auf dem Bildungsmarkt zum 30. September 2017 - dem amtlichen Ende des Vermittlungsjahrs 2016/17 - vorlegt. Kurzauswertung der vorliegenden Werte durch das Unternehmen nrw: Im Jahr 2017 haben sich die Werte für Ausbildungsplätze und Ausbildungsbewerber im Vergleich zum Jahr zuvor nur sehr leicht geändert.

Allerdings hat sich die Zahl der offenen Stellen und der Altbewerber stark verändert. Erfreulicherweise wurde das im vergangenen Jahr verzeichnete Rekordhoch von 104.957 (2016: 105.141) - schließlich der Höchststand seit 14 Jahren - im Jahr 2017 mehr oder weniger beibehalten. Damit bleibt das hier erreichte Standniveau weit über dem der Wirtschaftsboomjahre 2007 und 2008 (2007: 91.100; 2008: 90.100).

Gegenüber 2008 stieg die Anzahl der innerbetrieblichen Ausbildungsplätze im Zehnjahresvergleich gar um +16%. Es kann nicht davon die Rede sein, dass die NRW-Wirtschaft sich weniger für die Ausbildung engagiert. Im Jahr 2017 blieb die Anzahl der Ausbildungsplatzbewerber im Großen und Ganzen vergleichsweise gleich. Allerdings ist dies nur auf die 6.377 Antragsteller zurückzuführen, die einen Fluchtweg zurückgelegt haben.

Andernfalls wäre die Anzahl der Antragsteller um rund -3% gesunken. Die Ausbildungschancen der Jugendlichen haben sich in den vergangenen Jahren in Summe erheblich erholt. Der Zehnjahresvergleich macht dies deutlich: Während die Anzahl der innerbetrieblichen Stellen in diesem Zeitabschnitt um +16% angestiegen ist, sank die Anzahl der Bewerbungen um rund -3%.

Bei weniger Bewerbern gibt es wesentlich mehr Ausbildungsplätze. Die Abstimmung und Befüllung von Ausbildungsstellen ist nach wie vor eine große Aufgabe. Es ist äußerst beunruhigend, dass die Anzahl der freien Ausbildungsplätze auch im Jahr 2017 zunimmt. Gleichzeitig hat sich auch die Anzahl der Altbewerber erhöht.

Die Zahl der offenen Stellen lag zum 30. September bei 7.461, während die Zahl der Altbewerber (7.324) etwas niedriger war. Auffällig ist, dass das Ausbildungsniveau der Altbewerber im Verhältnis zu ihrem Schulabschluss vergleichsweise hoch ist. Die Zahl der nicht vermittelten Studienbewerber liegt bei fast 40 Prozent der 7.324, die über eine Fachhochschule oder eine allgemeinbildende höhere Reife verfügen. Ein Grund dafür ist, dass diese Antragsteller dem angestrebten Beruf besondere Bedeutung beimessen und bei Bedarf auch eine längerfristige Suche akzeptieren.

Dabei sind die Probleme bei der Suche nach geeigneten Kandidaten und Ausbildungsstellen sowohl regional als auch fachlich offensichtlich. Beispielsweise gibt es in einigen Ländern mehr registrierte Ausbildungsplätze als registrierte Antragsteller (z.B. Berufe mit mehr Stellen als Antragsteller sind unter anderem die Bereiche Kunststoffe, Feinmechanik und Werkzeugtechnologie, Bauwesen, Lebensmittelproduktion, Lebensmittelzubereitung, Transport + Logistik, Handwerk, Lebensmittelverkauf, Hotel + Gaststättengewerbe, Medizin + Rehabilitationstechnik).

Anmerkung: Die BA zeigt erstmals in ihrer Statistiken, welchen Schulabschluss die Schulabgänger zumindest für ihren Lehrplatz anstreben. Bisher sind jedoch nur Angaben für Deutschland als Ganzes verfügbar. Dementsprechend wird für die Hälfe der Ausbildungsplätze ein (mindestens) Sekundarschulabschluss, für 37% ein (mindestens) Sekundarschulabschluss und für fast 9% eine Fachhochschulreife oder eine allgemeinbildende höhere Schulbildung der Abschluss.

Damit wird aus der Perspektive von entreprene nrw der häufig geäußerte Verdacht zurückgewiesen, dass Ausbildungsunternehmen den Absolventen der Hauptschule keine Chancen geben und von ihnen einen höheren und höheren Schulabschluss verlangen. Allerdings ist noch offen, welche Zahlen für NRW in Zukunft hier präsentiert werden. Im Anhang finden Sie zu Ihrer Orientierung folgende Dokumente zur derzeitigen Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt: Die Pressemeldung der Landesdirektion NRW sowie den vollständigen Datenbestand der BA für NRW, der auch Regionaldaten enthält.

Der Pressebericht von Unternehmen nrw über die Ausbildungslage in Nordrhein-Westfalen. Ein kurzer Überblick über die Lage auf dem überregionalen Bildungsmarkt mit einer Einschätzung durch die Arbeitgebervereinigung.

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