Ausbildungsplätze 2017 Deutschland

Lehrstellen 2017 Deutschland

Zahl der in Deutschland angebotenen Ausbildungsplätze und Bewerber von 1992 bis 2017 +. Im Jahr 2017 stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland bundesweit um durchschnittlich 2,6% auf 876 Euro brutto pro Monat. Im Jahr 2017 stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland bundesweit um durchschnittlich 2,6% auf 876 Euro brutto pro Monat. Education 2017 liefert detaillierte Daten auf Bundes- und Landesebene. Berufsausbildung im Einzelhandel in Lübeck St.

Lorenz Nord.

Das Angebot: Ausbildungsplätze in den Unternehmen

Dabei wird der so genannte Trainingsmarkt unter der Vergrößerungsglasscheibe betrachtet. Wofür stehen Angebot und Nachfrage bei Ausbildungsplätzen? Was haben sich die beiden Seiten des Marktes in den letzten Jahren verändert und wie ist die Gesamtsituation auf dem Bildungsmarkt? In Deutschland ist der Einstieg in die duale Berufsbildung - im Gegensatz zur Schul- oder Hochschulausbildung und zu den beruflichen Ausbildungssystemen in den meisten anderen Ländern - marktgerecht gestaltet.

Obwohl die Politiker immer wieder fordern, dass jungen Menschen eine ausreichende Anzahl von Ausbildungsplätzen "zur Verfügung gestellt" wird, steht es den Unternehmen offen, wie viele Ausbildungsplätze sie bieten und mit wem sie diese füllen wollen (Granato/Ulrich 2013, S. 315). Anders als bei der Verwendung von Begriffen auf dem Arbeitsleben (Ulrich 2005) wird das Ausbildungsplatzangebot auf dem Lehrstellenmarkt als das Ausbildungsplatzangebot und die Bedarfsmenge als diejenige Person genannt, die eine Berufsausbildung abschließen möchte.

Zusammen fassend werden die Anzahl der Neuabschlüsse und die der BA mitgeteilten, noch nicht besetzten Stellen als die Anzahl der im System der doppelten beruflichen Bildung angebotenen Ausbildungsplätze ausgewiesen. Für das Lehrjahr 2014/2015 waren es rund 563.055 Lehrstellen (vgl. Matthes et al. 2016). Rund 522.093 neue in diesem Zeitabschnitt geschlossene Lehrverträge wurden dem BIBB mitgeteilt.

Laut BA waren zum Ende des Lehrjahres noch rund 40.960 Ausbildungsplätze vakant. 1 ] In der Regel werden alle durch die Schulung entstandenen Aufwendungen, einschließlich der Ausbildungsbeihilfe, von den Unternehmen selbst getragen. Hinzu kommt die so genannte "außerbetriebliche Ausbildung", bei der die Ausbildungsplätze zum überwiegenden Teil vom Land getragen werden (siehe Infokasten).

Im Vergleich zur Anzahl der innerbetrieblichen Ausbildungsplätze ist die Anzahl dieser Stellen jedoch sehr gering: Von den im Lehrjahr 2014/15 geschlossenen neuen Verträgen waren weniger als 4 Prozentpunkte vorwiegend staatlich geförder. Im Falle der vorwiegend staatlich geförderten beruflichen Bildung werden über 50 Prozentpunkte der Ausgaben für den Praxisteil im ersten Bildungsjahr durch spezielle Programme und Aktionen durch Mittelzuweisungen des Staates oder der Arbeitsmarktverwaltung abgedeckt.

Ziel dieser Ausbildungsform ist es, so genannte marktbehinderte, gesellschaftlich schwache und lernbehinderte junge Menschen zu erreichen. In den meisten Fällen sind es externe oder zwischenbetriebliche Ausbildungsanbieter, die mit diesen jungen Menschen entsprechende Lehrverträge abschliessen. Ebenso ist die außerschulische Bildung doppelt angelegt, so dass der Praxisteil der Lehre in der Regel in der Werkstätte einer Bildungseinrichtung stattfindet.

Bei außerbetrieblicher Weiterbildung findet die Einarbeitung durch die BA statt; eine Direktbewerbung ist nicht möglich. Zur Aufrechterhaltung der Ausbildungsqualität sind die jeweiligen Fachstellen (je nach Beruf, z.B. die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer, die Agrarkammer usw.) nach 32 MBiG dazu angehalten, die Angemessenheit der Ausbildungszentren (§27) und die personelle und berufliche Angemessenheit der Trainer zu prüfen (§28-§30).

Gut die HÃ?lfte aller Unternehmen in Deutschland (57%) hatte 2014 einen Ausbildungsanspruch (BIBB-Datenbericht 2016, Kap. A4.10.2). 2 ] Allerdings bieten nur einige der zugelassenen Einrichtungen eine regelmäßige Schulung an. Die Anzahl der Teilnehmer wird auf der Grundlage der so genannten Ausbildungsquote berechnet: Es wird angegeben, wie viele aller Unternehmen mit wenigstens einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer letztendlich Unternehmen mit Azubis sind.

Im Jahr 2014 betrug die Quote der Ausbildungsbetriebe 20,3 Prozentpunkte, ein deutlicher Rückgang gegenüber 2007 (24,1 Prozentpunkte) (BIBB-Datenbericht 2016, Kap. A4.10.1). Weil das Lehrstellenangebot auch von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation abhängig ist, wurde das deutsche Bruttosozialprodukt (BIP) einbezogen[3]. Dabei ist leicht zu sehen, dass mit dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts auch das Angebot an Ausbildungsplätzen (Säulen) eher rückläufig ist, so dass die Unternehmen weniger in die Qualifizierung von potenziellen zukünftigen Mitarbeitern einsteigen.

So ist der konjunkturelle Rückgang zu Anfang der 2000er Jahre auch auf dem Lehrstellenmarkt spürbar, während in den folgenden Boomjahren ab 2006 mehr Lehrstellen zur Verfügung stehen werden. Die Finanzmarktkrise des Jahres 2009, die sich in der Abbildung aus dem kurzfristigen deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ablesen lässt, hatte auch erhebliche Auswirkungen auf das Lehrstellenangebot.

Die Statistik wird ab 2009 auch die Anzahl der separat angebotenen betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsplätze aufzeigen. Bei einem Rückgang der betrieblichen Stellen in den Jahren 2009 und 2010 wurden immer mehr Stellen außerhalb des Unternehmens beworben. Seither ist die externe Versorgung wieder zurückgegangen. Im Jahr 2011 ist die Anzahl der mit den Unternehmen geschlossenen Lehrverträge wieder gestiegen, ist bis 2013 gesunken und hat seitdem gestagniert.

Auffallend ist, dass immer mehr Ausbildungsplätze frei sind. Das kann als Indikator dafür interpretiert werden, dass Unternehmen vermehrt Probleme bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden haben. Darüber hinaus haben sich die Unternehmen in den vergangenen Jahren etwas aus der betrieblichen Bildung herausgehalten, wie der rückläufige Anteil der ausbildenden Unternehmen zeigt. Insbesondere kleine Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern bildet immer weniger aus (BIBB-Datenbericht 2016, Kap. A4.10. I; vgl. auch den Teil " Doppelte Bildung - ein zukünftiges Modell?

Wenden wir uns nun der Lage der Jugendlichen auf dem Ausbildermarkt zu. Die Ausbildungszeit des Ausbildungsjahres erstreckt sich formell vom ersten bis zum zweiten und dritten Jahr. Der Bedarf für das Lehrjahr 2014/15 lag bei 602.900 Auszubildenden. Davon haben 522.093 (knapp 87%) bis zum Stichtag 31. Dezember 2015 einen Lehrvertrag im Dualen Systems bekommen (vgl. Matthes et al. 2016).

In der BA waren zu diesem Zeitpunkt noch 80.791 Ausbildungsplatzbewerber als Ausbildungsplatzsuchende gemeldet. Betrachten wir nicht nur die am Bilanzstichtag noch als ausbildungssuchend gemeldeten Personen, sondern alle als Institutionen gemeldeten Personen (d.h. alle, die im Rahmen des dualen Systems einen Lehrvertrag abgeschlossen haben oder zu einem bestimmten Zeitpunkt des Ausbildungsjahres als Ausbildungsplatzbewerber bei der BA angemeldet wurden), so ist die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber wesentlich höher als die behördlich ermittelte Nachfragesituation, d. h. 804.369 Lehrstellenbewerber.

Zu den Bewerbern zählen jedoch nur diejenigen Menschen, die von den Mediatoren der BA als "ausbildungsreif" klassifiziert wurden. 28% von ihnen hatten sich bereits in den Vorjahren um einen Ausbildungsplatz beworben, d.h. sie waren so genannte "Altbewerber" (BIBB-Datenbericht 2016, Kap. A3.1.2). Der Bedarf an innerbetrieblichen Ausbildungsplätzen ist zum einen von der Bevölkerungsentwicklung, d.h. von der Geburtenrate und der Anzahl der SchulabgängerInnen abhängig.

Die Bevölkerung in Deutschland ist seit der Jahrhundertwende rückläufig (BIBB-Datenbericht 2015, Kap. C1.2) und auch die zukünftige Entwicklung der Einwanderung wird davon abhängt. Inwieweit es möglich sein wird, die derzeit nach Deutschland eingewanderten Menschen in das doppelte Bildungssystem zu integrier. Die Anzahl der Schulabgänger an allgemein bildenden Gymnasien ist seit der Jahresmitte 2000 rückläufig, obwohl die doppelte Gruppe der Schulabgänger zwischen 2007 und 2013 den Einbruch inzwischen etwas abgeschwächt hat (BIBB-Datenbericht 2015, Kap. C1.2).

Andererseits wird die Ausbildungsplatznachfrage auch davon bestimmt, welche (Erst-)Ausbildungsentscheidungen die jungen Menschen fällen, d.h. welche Schulabschlussqualifikationen sie erhalten und welche Ausbildungen sie später einschlagen. In den letzten Jahren haben sich beispielsweise immer mehr Jugendliche um ein Studium bemüht, und auch die Anzahl derjenigen, die eine Vollzeitausbildung an Gesundheitsschulen aufnehmen, ist angestiegen (BIBB-Datenbericht zum Bericht über die Berufsbildung 2015, Kap. C1.1).

Ungeachtet dieser Entwicklung geht jedoch die Mehrheit der jungen Menschen noch in die Ausbildung. Zwar ist der Prozentsatz der in Deutschland lebenden Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben eine Ausbildung beginnen, gesunken, er wird 2014 aber immer noch 53,4 Prozentpunkte betragen (BIBB-Datenbericht 2016, Kap. A4.5).

Bei der Betrachtung der Ausbildungsmarktsituation wird berücksichtigt, wie gut die Übereinstimmung von Angebots- und Nachfragesituation auf dem Bildungsmarkt ist, inwieweit die Unternehmen in der Lage sind, ihre Ausbildungsplätze zu füllen und ob die Ausbildungsinteressierten einen Ausbildungsstellenplatz haben. Dabei wird die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze mit der Anzahl der Bewerber verglichen (siehe Infokasten für Einzelheiten der Berechnung).

Die ANR berechnete für das Lehrjahr 2014/15, dass landesweit 90 innerbetriebliche Ausbildungsplätze für 100 Studienbewerber zur Verfügung stünden. Unter Einbeziehung der vorwiegend staatlich geförderten Ausbildungsplätze lag die ANR bei 93,4 Prozentpunkten, d.h. 93 Ausbildungsplätze pro 100 Befragten. Damit war die Ausbildungsplatznachfrage der ausbildungsbereiten Antragsteller etwas größer als die Anzahl der wirklich gebotenen Ausbildungsplätze.

Das Angebots-Nachfrageverhältnis (ANR; "erweiterte" Definition) auf dem Lehrstellenmarkt wird aus dem Verhältnis von Gehalt und Bedarf berechnet. Die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze ergibt sich aus der Anzahl der zum 30. September geschlossenen Verträge und der zum 30. September bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldeten und noch nicht besetzten Ausbildungsplätze. Berechnet wird die Bedarfssumme aus Neuabschlüssen von Lehrverträgen zuzüglich der bei der BA angemeldeten Lehrstellenbewerber, die am 30. September noch auf der Suche nach einem Lehrplatz sind.

Wird nur die Versorgung mit betrieblichen Ausbildungsplätzen betrachtet, d.h. werden außerbetriebliche Ausbildungsplätze ausgeschlossen, entsteht die innerbetriebliche ANR. Praktisch ist dies für das Lehrstellenjahr 2014/2015 der Fall: Schwierigkeiten auf dem Lehrstellenmarkt können sich jedoch nicht nur in einem zu geringen (Mangel an Lehrstellen) oder zu hohem (Mangel an Lehrstellenbewerbern) Angebot/Nachfrage-Verhältnis niederschlagen. Erschwert wird es auch, wenn die angebotenen Ausbildungsplätze nicht befriedigt werden können und die Nachfrager nicht gleichzeitig in die Lehre gehen können.

Seit 2009 steigen diese so genannten "Fit-Probleme" (Matthes et al. 2016). Weshalb werden die freien Ausbildungsplätze nicht mit noch gesuchten Bewerberinnen und Bewerber belegt? Es kann mehrere Ursachen dafür geben, dass sich auf dem Bildungsmarkt weder Anbieten noch Nachfragen decken. Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, will nicht die Ausbildungsberufe, für die es noch freie Ausbildungsplätze gibt.

Diejenigen, die sich auf vakante Positionen beworben haben, verfügen nicht über die von den Unternehmen geforderten Abiturabschlüsse. So sind in einigen Gegenden viele Ausbildungsplätze nicht belegt, in anderen sind viele junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Das BIBB ( Ed.) (2015): Data report on the Report on Vocational Education and Training. Die Reformfähigkeit des dualen Berufsbildungszugangs im Bereich der institutionellen Widersprechen.

Im: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, 39/2, S. 315 - 39. Müller-Kohlenberg, Lothar; Schober, Karin; Hilke, Reinhard (2005): Ausbildungsreif - Nu-merus claususus für Lehrlinge?

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