Ausbildungsplätze 2016 Deutschland

Lehrstellen 2016 Deutschland

Die Ausbildungssituation in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden 572.227 Ausbildungsplätze und 547.002 Bewerber angeboten.

Anzahl der Ausbildungsplätze zurückgegangen

Eine Berufsausbildung in Deutschland befindet sich auf dem Rückzugsgebiet. In Deutschland hat die Berufsausbildung an Gewicht verloren: Zwar haben die Unternehmen im vergangenen Jahr weniger Ausbildungsplätze angeboten als vor zehn Jahren, aber auch die Anzahl der Bewerbungen ist gesunken, wie eine am vergangenen Tag von der Bertelsmann Stiftung herausgegebene Untersuchung zeigt. Laut dem "Ländermonitor Berufsbildung " des Sozialforschungsinstituts und des Fachbereichs Betriebswirtschaftslehre der Uni Göttingen haben die Unternehmen 2016 gut 80.000 weniger doppelte Ausbildungsplätze angeboten als 2007; die Anzahl der Studienbewerber sank in diesem Zeitpunkt gar um 155.000.

Demnach ist die Anzahl der Ausbildungsplätze in den neuen flächendeckenden Ländern um fast 40 Prozentpunkte und die Anzahl der Antragsteller um 46 Prozentpunkte gesunken. Während es 2007 noch 85 Ausbildungsplätze pro hundert Antragsteller gab, sind die Aussichten von Land zu Land sehr unterschiedlich: In Bayern gibt es hundert Antragsteller, in Schleswig-Holstein 104, in Schleswig-Holstein sind es 88. 2016 wurden in dem Betrieb, für den 43.000 Stellen angeboten wurden, 43.000 Ausbildungsplätze nicht gefunden. Die Anzahl der Ausbildungsplätze im Betrieb betrug 43.000.

Dadurch bleiben fast acht Prozentpunkte aller freien Plätze aus. Ungeachtet der vielen freien Plätze haben landesweit rund 60.000 Antragsteller keinen Platz bekommen. 2015 konnte nur die halbe (49 Prozent) der Abiturienten mit oder ohne Hauptschulabschluss eine Berufsausbildung beginnen. "Die Abiturienten haben so gut wie keinen Platz an der Universität - die mit Haupt- oder Realschulabschluss hingegen bekommen oft nichts auf dem Ausbildungsmarkt", erklärt Jörg Dräger, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

DGB-Vize Elke Hannack bemaengelte, dass sich viele Unternehmen von Gymnasiasten abschotten. Für junge Menschen mit Hauptschulabschluss müssen sich die Unternehmen wieder einbringen. Die notwendige Hilfe bietet der Bund in Form von Ausbildungs- und Betreuungshilfe. "Für fehlende Trainingsbereitschaft gibt es keine mehr. Laut Bertelsmann-Studie sind selbst junge Menschen ohne deutschem Reisepass weniger wahrscheinlich als ihre Kollegen in Deutschland, Ausbildungsplätze zu erhalten.

Wenn nur ein knappes Quartal der Erstsemester in Deutschland auf eine Übergangsmaßnahme umsteigt, ist dies bei jungen Menschen ohne deutschem Reisepass mehr als die Haelfte. Vor allem in Schleswig-Holstein, Sachsen und Bayern sind die Differenzen zwischen In- und Ausland deutlich. In Deutschland angekommene Menschen, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, wurden noch nicht in die Umfrage einbezogen.

Stiftungsvorstandsmitglied Dräger betonte die Wichtigkeit der Berufsausbildung und verlangte mehr Bemühungen, um sie attraktiv zu gestalten. "In Deutschland steht die doppelte Berufsausbildung im Mittelpunkt, aber sie steht unter dem Einfluss der Universitäten", so Dräger. Daher sollten die Berufsbildungsbedingungen attraktiv gestaltet und die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen mit beruflichem Abschluss besser bekannt gemacht werden.

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