Ausbildungsberufe für Hauptschüler

Lehrstellen für Gymnasiasten

Eine " Abwertung der klassischen Ausbildungsberufe " diagnostiziert er. Gymnasiasten hingegen finden es immer schwieriger, eine Unterkunft zu finden. Zuviele Wissenschaftler, zu wenig Arbeitsplätze für HauptschülerInnen "Die OECD kritisierte Deutschland wegen seiner niedrigen Absolventenquote bis Ende 2015. Durch den internationalen Akademikerwettbewerb, insbesondere in den Weiterbildungseinrichtungen, ist die berufliche Bildung kaum noch ein Schwerpunkt. Kritikern zufolge geht es bei der Diskussion über Karrierechancen vor allem um ein Studium und nicht mehr um eine innerbetriebliche Einarbeitung.

Stefan Silk, Arbeitsmarktspezialist und Sozialpolitikprofessor, sprach von einer "Verschiebung der Sichtweise hin zu Akademikern". Eine " Abwertung der traditionellen Ausbildungsberufe " wird von ihm festgestellt. Aber in diesem Lande gibt es bis 2030 ein "etwas konstantes" Überversorgung an Akademikern, jedenfalls deuten die von ihm für die König-Adenauer-Stiftung vorbereiteten Figuren von Hermann Schröder an:

Danach werden bis dahin rund fünf Mio. Wissenschaftler auf den Forschungsmarkt kommen, aber aufgrund ihres Alters nur noch 3,2 Mio. übrig bleiben. Demgegenüber würden rund 4,5 Mio. Arbeitnehmer mit mittleren Qualifikationen weniger in den Arbeitmarkt eintreten als ihn aufgeben. Sell befürchtet, dass dies zu "erheblichen Systemproblemen" führt. Gleichzeitig fällt es nicht so gut ausgebildeten Hochschulabsolventen schwierig, eine Stelle zu haben.

Bei der Besetzung von Arbeitsplätzen oder Ausbildungsplätzen bevorzugen die Betriebe die am besten qualifizierten Antragsteller - also die Schulabgänger -, wenn sie überhaupt eine innerbetriebliche Berufsausbildung wünschen. Gymnasiasten hingegen fällt es immer schwieriger, eine Unterkunft zu haben. Unter den rund 81.000 jungen Menschen, die nicht jedes Jahr einen Arbeitsplatz vorfinden, bilden sie die Mehrheit, auch wenn sich das Quotient aus Stellenangeboten und Bewerbungen tatsächlich stetig verbesser.

Andererseits gibt es viele freie Stellen, weil sich die Betriebe darüber beschweren, dass sie keine geeigneten Auszubildenden vorfinden. Dies gilt vor allem für kleine Betriebe in ländlich geprägten Gebieten, in denen sich überhaupt keine Antragsteller bewerben. Diejenigen, die alle Antragsteller als zu wenig qualifizierte ablehnen, anstatt sich um schwächere junge Menschen zu kümmern.

Sell weist darauf hin, dass es vor allem solche sein werden, die "angesichts der Einstellungsprobleme in den nÃ??chsten Jahren ganz auf das Ausbildungsangebot verzichtet werden". Die rückläufige Anzahl der Ausbildungsplätze wird auch von Hubert Schöffmann, dem IHK-Ausbildungsexperten, auf solche Fallbeispiele zurückgeführt. Damit würde sich der Lehrstellenmangel weiter zuspitzen. Wenn das Bild der beruflichen Ausbildung in Deutschland nicht so schnell wie möglich verbessert wird - und wenn die Wirtschaft nach wie vor lieber Wissenschaftler als Sekundarschüler einstellt - dann könnte das Handwerk bald seinen Job im eigenen Land an den Hochschulen wie auch sonstwo erlernen.

Das System der dualen Berufsausbildung wäre dann ein überholtes Modell. Danke für deine Nachsicht.

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