Ausbildungsberufe für Frauen mit Hauptschulabschluss

Berufsbilder für Frauen mit Hauptschulabschluss

Beschäftigung, Berufsentscheidung und Wechsel in die Berufsausbildung 27.5.2016 Von: Prof. Dr. Christian Ebner, geboren 1978, ist Juniorprofessor des BIBB für Sozialwissenschaften, vor allem für sozialwissenschaftliche Arbeitsforschung, an der Kölner Unversität.

Dr. Alexandra Uhly, Jahrgang 1967, ist Forschungsassistentin am BIBB mit den Schwerpunkten Bildungsstatistik, kennzahlenbasierte Bildungsberichterstattung auf der einen Seite und berufliche Bildungsforschung auf der anderen. Dabei wird auch der Wechsel von der schulischen in die berufliche Bildung näher beleuchtet und ist oft schwer, vor allem für Menschen mit geringem Schulbesuch.

Die Ausbildungsdauer in Deutschland beträgt je nach Wunsch zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Derzeit gibt es in Deutschland 327 staatliche Ausbildungsberufe (Stand: Dez. 2015). Zu jedem dieser Ausbildungsberufe gibt es eine bundesweit geltende Ausbildungsverordnung, in der die folgenden Aspekte nach 5 LBiG oder 26 HwO reglementiert sind:

"Der Name des Berufes, der als[ Zusatz in HwO: er kann vom Handelsnamen verschieden sein, muss aber durch den Handelsnamen gedeckt sein"], bezeichnet wird, die Dauer der Ausbildung; er darf drei und nicht weniger als zwei Jahre nicht überschreiten, die fachlichen Qualifikationen, die zumindest Gegenstand der Berufsbildung sind (Berufsbildungsbeschreibung), sowie die Leitlinien für die Struktur der Unterrichtung der Berufsfähigkeiten, die fachlichen sowie fachlichen und disziplinarischen Vorraussetzungen ( "Rahmenplan"), die Prüfungsverzeichnis, die Prüfungsverordnung, den Prüfungsverlauf, etc. sind.

"Der gewünschte Berufsstand ist in der dt. Berufsbildung in mehrfacher Hinsicht von großer Bedeutung. Je nach Lehrberuf variieren die Zugangsmöglichkeiten stark, und zwar nicht nur aufgrund der Angebots-Nachfrage-Beziehungen (siehe Artikel zum Lehrstellenmarkt). Auch für Menschen mit niedrigem Schulabschluss sind die Berufsbilder nur mehr oder weniger offen.

Es ist richtig, dass das duale Ausbildungssystem - im Gegensatz zur vollschulischen Ausbildung, die in der Regel einen Realschulabschluss erfordert - keine formelle Zulassungspflicht hat. Tatsächlich gibt es jedoch klare Differenzen in Bezug auf die bisherige Ausbildung der Lehrlinge in den einzelnen Lehrberufen des Dualen Systems. Dieser Unterschied ist jedoch nicht zu unterschätzen. Die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss in den Berufsgruppen Bäcker (64%), Friseur (61%), Maurer (64%) machen mehr als die Hälfe aller Lehrlinge aus, in den Berufsgruppen Veranstaltungskaufmann (74%), Immobilienkaufmann (72%) und Bankkaufmann (71%) haben knapp drei Viertel der Lehrlinge gar eine Hochschulreife, d.h. Reife oder fachgebunden.

1 In diesen Lehrberufen haben Menschen mit Hauptschulabschluss daher kaum eine Möglichkeit, einen Lehrplatz zu suchen; auch Studienbewerber mit Hauptschulabschluss haben hier nicht ohne weiteres Zutritt. Darüber hinaus sind in vielen Lehrberufen entweder Frauen oder Frauen dominierend. Bei den 20 gängigsten Lehrberufen gibt es klare (und im Zeitablauf vergleichsweise stabile) geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahl des Berufes (Tabelle 1).

Bei den beiden am meisten von Menschen gestarteten Berufen handelt es sich um Kfz-Mechatroniker und Elektrotechniker, bei Frauen um Bürokaufleute und Arzthelferinnen. Auch Frauen setzen verstärkt auf gewisse Berufe: Rund 70 Prozentpunkte von ihnen sind in den 20 gängigsten Ausbildungsberufen tätig, bei den MÃ??nnern sind es rund 56 Gesamteinkommen.

Unterschiedliche Berufswahlentscheidungen sind auch teilweise für die späteren Lohndifferenzen zwischen Mann und Frau verantwortlich, da viele der für Frauen charakteristischen Berufe weniger entlohnt werden als die typ. männlichen Berufe. Nach schulischen Statistiken haben im Jahr 2015 694.198 Menschen eine "vollqualifizierende" Ausbildung begonnen (d.h. mit einem ordentlichen Berufsabschluss), davon 480.674 eine doppelte und 204.175 eine vollwertige Berufsfachschulausbildung.

2 Die (!) (Vollzeit-)schulische Berufsbildung ist die zweite in Deutschland betriebene Berufsbildungsform, die vor allem die Gebiete des Gesundheitswesens, der Altenpflege und verschiedener Hilfsberufe umfasst (Feller 2004; Söller 2015). Im Gegensatz zur dualen Lehre ist die hauptschulische Bildung nicht Sache des Bundes, sondern der Bundesländer - denn auch die hauptschulischen Berufsschulen gehören wie die allgemeinbildende Schule zur kulturellen Eigenständigkeit der Landes.

Darüber hinaus wird in der Vollzeitschulzeit kein Ausbildungsgeld gewährt, sondern die Schüler müssen oft einen hohen Beitrag leisten. Allerdings ist der Wechsel von der allgemeinen Schulbildung in die berufliche Bildung nicht immer unmittelbar gelungen. Die meisten Absolventen landen zunächst in der so genannten Übergangszone (siehe Infobox) und absolvieren in einigen Fällen gar mehrere Massnahmen, bevor sie (wenn überhaupt) eine voll qualifizierte Schulausbildung erhalten.

Mit Massnahmen wie dem Berufsausbildungsjahr, dem vorberuflichen Ausbildungsjahr oder der vorberuflichen Ausbildungsmaßnahme der BA soll den Schulabsolventen eine Berufsorientierung und/oder die Chance auf einen (höheren) Bildungsabschluss gegeben werden. Die Bezeichnung "Übergangszone" ist ein Oberbegriff für eine große Anzahl von berufsvorbereitenden Massnahmen für junge Menschen, die nach dem Abitur keinen Lehrplatz vorfinden.

In den oft 1-jährigen Qualifizierungsprogrammen, die vorwiegend von Absolventen mit Hauptschulabschluss oder ohne Hochschulabschluss absolviert werden, soll ihre "Ausbildungsreife" gefördert werden, damit sie in der Folge eine höhere Chance auf einen Ausbildungsstellenplatz haben. Weil die Offerten nicht zu einem regelmäßigen beruflichen Qualifikationsabschluss fÃ?hren und die Absolventen oft noch keinen Lehrplatz vorfinden, besteht auch die Chance auf unproduktive "Wartemuster".

Die Übergangszone ist vor allem in Phasen des Lehrstellenmangels kräftig angewachsen und hat auch dazu gedient, Jugendlichen ohne Lehrstelle eine "Maßnahme" zu bieten, auch denjenigen, die bereit waren, eine Ausbildung zu beginnen. Obwohl die Zahl derjenigen, die in einer Übergangsmaßnahme enden, in den letzten zehn Jahren erheblich zurückgegangen ist, gibt es im Jahr 2015 immer noch 270.783 Menschen.

Schaubild 1 verdeutlicht, wie sich die Einsteiger in den einzelnen Bereichen (Duales Hochschulsystem, Schulberufsausbildung, Übergangsbereich) in Bezug auf ihre bisherige Ausbildung voneinander abheben. Dabei stellt sich heraus, dass es in der Übergangszone vor allem Menschen ohne Matura oder mit Hauptschulabschluss gibt; mehr als zwei Dritteln aller Neueinsteiger gehören in diese Klasse. Die meisten Lehrlinge in der vollqualifizierten Ausbildung haben einen Realschulabschluss und ein beträchtlicher Teil ein (Fach-)Abitur.

Bei beiden Ausbildungsformen liegt der Prozentsatz der Menschen mit einer allgemeinen oder fachhochschulischen Hochschulreife bei mehr als 20 Jahren. Manche von ihnen starten die doppelte Ausbildung im Zuge eines Doppelstudiums oder schließen sowohl ein Studien- als auch ein Berufsbild ab, aber ein großer Teil dieser Personengruppe studiert trotz Studieren. Feller, Gisela (2004): Ausbildung in Berufsschulen.

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