Ausbildung im Tierschutz

Schulung im Bereich Tierschutz

Genehmigungs- und Ausbildungsanforderungen für den beruflichen Tierschutz, die Tierseuchenbekämpfung, tierische Nebenprodukte und Tierarzneimittel im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen. Bund der Tierversuchgegner e.V. Dr. Janine Binngießer hat an der Uni Leipzig zum Thema: "Empirische Untersuchungen zur Tierschutzausbildung in der Biochemie der Oberstufe I und II" promoviert.

Sie ist zweifache Kinderfrau und Gymnasiallehrerin für den Bereich Soziales und Soziales und engagiert sich für den Aufbau einer Tierschutzausbildung an der Schule. Was haben Sie für Ihre Promotion zum Themenbereich "Tierschutzbildung im Biologieunterricht" entwickelt?

Dr. Janine Binngießer: Nach dem Ende meines Studiums wollte ich mich stärker auf ein für den Bio-Unterricht relevantes Themengebiet konzentrieren. Weil mir der Tierschutz schon immer sehr wichtig war, war die Vorstellung für meine Doktorarbeit sehr rasch da. Dr. Janine Binngießer: Die Verwirklichung der Tierschutzidee im Bio-Unterricht ist abhängig von der Persönlichkeit des Lehrers, der Einstellung der Kinder zu Tierversuchen und der Konzeption der eingesetzten Schulbücher.

Deshalb habe ich in meiner Tätigkeit die Bedeutung des Tierschutzes für den Biologiestudiengang auf der unteren und oberen Sekundarstufe unter Einbeziehung dieser Aspekte untersucht. Auf diese Weise konnte ich beweisen, welche Einflussfaktoren die Einstellung von Schülern und Heranwachsenden gegenüber dem Tier beeinflussen. Darüber hinaus konnte ich beweisen, dass der Tierschutz in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Unterrichtspraxis von Biologiepädagogen kaum eine Bedeutung hat.

Das Design von Biologie-Lehrbüchern ist auch nicht sehr gut dazu geeignet, die Idee des Tierschutzes verstärkt in den Biologie-Unterricht zu integrieren. Sie konnten in Ihrer Dissertation und in Ihrem Gemeinschaftsstudium mit Prof. Randler (Pädagogische Hochschule Heidelberg ) zeigen, dass der Tierschutz bei der Ausbildung von Biologielehrern eine nachgeordnete Funktion hat. Dr. Janine Binngießer: Bei der Ausbildung von Biologielehrern sollten auf jeden Fall tierschutzrelevante Aspekte berücksichtigt werden.

Die Untersuchungen zeigen, dass Biologielehrkräfte zum einen manchmal erhebliche Lücken in ihrem Wissen über tierschutzrelevante Fragen haben, zum anderen aber auch ein starkes Interesse an dem Themenbereich haben. Würden die Studierenden während des Studienaufenthaltes auf das Fachgebiet aufmerksam gemacht, können vorhandene Defizite in ihrem Fachwissen ausgeglichen und zugleich didaktisches Wissen darüber erworben werden, wie Tierschutzfragen im Klassenzimmer gelehrt werden können.

¿Wie wird die Tierschutzaufklärung in Ihrer Einrichtung durchgeführt? Dr. Janine Binngießer: Tierwohl-Themen nehmen im Sachsischen Biologielehrplan an den Oberschulen eine sehr geringe Stellung ein. Nur in der 5. Stufe ist das Fach "artgerechte Tierhaltung" als Wahlpflichtfach mit nur vier Lektionen pro Jahr möglich. Die wenigen verfügbaren Lektionen, die der Vielschichtigkeit des Themas kaum Rechnung tragen, sowie der Freiwilligkeit des Tierschutzunterrichts sind auch für die Curricula der meisten anderen Länder typischer.

Die Tierschutzausbildung ist also nach wie vor ein stark untervertretenes Themengebiet und bestimmt in der Hauptsache den persönlichen Einsatz der Fachlehrerin, ob das Themengebiet stärker bearbeitet wird. Dr. Janine Binngießer: Nach meiner Praxis gibt es wenig Schwierigkeiten, wenn das Fach sachlich, informativ und vor allem altersgemäß vermittelt wird und wenn es gerade in jungen Jahren keine allzu störenden und erschreckenden Bildmotive gibt.

Im eigenen Schulunterricht ist es mir ein Anliegen, den Schülerinnen und Schülern fundierte Kenntnisse über die verschiedenen Themen des Tierschutzes zu vermitteln, damit sie das Tierschutzproblem objektiv besprechen und daraus Folgen für ihren eigenen verantwortungsbewussten Umgangs mit der Tierwelt ziehen können. Wenn es um die Ausgestaltung ihrer eigenen Lebenspläne geht, fühlt sich mancher Elternteil manchmal in eine defensive Position gezwungen, zumal Tierschutzfragen in der Regel sehr umstritten sind und gefühlsmäßig erörtert werden.

Was ist Ihrer Meinung nach auf der Grundlage Ihrer naturwissenschaftlichen Erkenntnisse möglich, um die Tierschutzbildung in den Zeitplänen verankert zu haben? Dr. Janine Binngießer: Natürlich sollte das Topic in erster Linie verbindlich sein und mit genügend Zeit in den Curricula Berücksichtigung finden. Meine interviewten Erzieherinnen und Erzieher sagten, dass sie zwar allgemein daran interessiert seien und es gerne stärker bearbeiten würden, dafür aber im schulischen Alltag aufgrund des gesamten Lehrplans keine Zeit hätten.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Tierschutzaufklärung bedauerlicherweise allgemein als weniger bedeutsam erachtet wird. Dr. Janine Binngießer: Äußere Tierschutzlehrerinnen können eine bereichernde Funktion für den Untericht übernehmen. Sie werden jedoch in der Regel von Lehrkräften einberufen, die ohnehin offener für Tierschutzfragen sind. Allerdings reicht ein externer Tierschützer nicht aus, um alle Teilnehmer zu erziehen. Die große Schülerzahl ist ohne die Fächerlehrer vor Ort an der Hochschule, die sich im Schulunterricht mit dem Fach befassen, nicht zu ereichen.

Was kann Ihrer Ansicht nach die Tierschutzbildung dazu beitragen? Dr. Janine Binngießer: Wenn man Kinderliebe gegenüber dem Tier unterrichtet, kommt es zu tierbezogenem Verständnis, das sich auf das menschliche Verständnis verallgemeinern lässt und so zu einer Reduzierung des aggressiven Verhaltens beibringt. Tierschutzbildung fördert so die Entwicklung von Sympathie und Verantwortungsbewusstsein bei Kleinkindern und jungen Menschen und kann so einen wesentlichen Anteil an der Gefühlsbildung in der schulischen Ausbildung mitbringen.

Worauf legen Sie als Person besonderen Wert in Bezug auf die Tierschutzaufklärung im Biologielehre? Dr. Janine Binngießer: Ich wünsche mir wirklich, dass das Topic den Status erhält, den es im schulischen Alltag hat. Denn nur so kann den Schülerinnen und Schülern Wissen über eine artgerechte Nutztierhaltung vermittelt und ggf. Vorbehalte und Unwissenheit der Schülerinnen und Schüler abgebaut werden, die unmittelbarer Tierschutz gegenüber den vielen Mill. von Nutztieren und Haustieren in Deutschland betrieben wird.

Was halten Sie im Allgemeinen von den Möglichkeiten, den Tierschutz in die Curricula des Biologiestudiums miteinzubeziehen? Dr. Janine Binngießer: In den vergangenen Jahren ist im Bereich des Tierschutzes viel passiert und das Problem ist immer bekannter geworden. Möglicherweise auch bei der Tierschutzausbildung, so dass eine Neuorientierung stattfindet, die Zuständigen das Potenzial kennen und das Topic dadurch mehr in den Vordergrund tritt.

Das würde mir sehr gefallen. Dr. Janine Binngießer: Der Tierschutz muss im Mittelpunkt der gesamten Bevölkerung stehen, weil er uns alle betrifft.

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