Ausbildung als Zollbeamter

Viele Einsatzgebiete beim Zoll

Nach einer Ausbildung als Zollbeamter bieten sich viele Einsatzgebiete. Sie reichen vom Innendienst über den Zoll am Flughafen bis hin zum Zoll auf dem Boot. Für letzteres ist allerdings ein nautisches Patent Voraussetzung.

Allgemeine Voraussetzungen für die Ausbildung als Zollbeamter

Ausbildung

Um eine Ausbildung als Zollbeamter machen zu können, muss man deutscher Staatsbürger sein oder die eines EU-Mitgliedstaates besitzen. Darüber hinaus können sich Staatsbürger aus Norwegen, Liechtenstein und Island für die Zollausbildung bewerben.

Ausbildung als Zollbeamter
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Nach einer Ausbildung als Zollbeamter bieten sich viele Einsatzgebiete.

Es werden aber weitere Voraussetzungen gestellt. Für den Beruf als Zollbeamter muss man körperlich fit sein. Deswegen muss das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze bis zum 15. Juni des Einstellungsjahres für die Ausbildung im mittleren Dienst vorgelegt werden. Es darf nicht älter als 12 Monate sein. Weiter darf man nicht vorbestraft sein und muss in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Ebenso muss man bereit sein, eine Waffe zu tragen, und die Arbeit im Schichtdienst inklusive Wochenenden und Feiertage akzeptieren.

Ein weiteres Kriterium für die Ausbildung ist das äußere Erscheinungsbild. Das betrifft das Tragen aller Arten von Körperschmuck. Wird dieser an sichtbaren Körperstellen getragen, wie Kopf, Hals, Arme und Hände, kann dieses ein Hinderungsgrund für die Einstellung sein.

Bildungsabschluss als Voraussetzung

Welche Laufbahn bzw. Karriere beim Zoll eingeschlagen werden kann, ist vom höchsten Bildungsabschluss abhängig.

Für die Ausbildung als Zollbeamter im mittleren Dienst braucht man mindestens einen Realschul- oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss, der in Deutschland anerkannt wird. Um mit einem Hauptschulabschluss die Ausbildung beginnen zu können, muss zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung im Steuer- oder Rechtsanwaltsbereich oder in einem kaufmännischen Beruf nachgewiesen werden.

Für eine Bewerbung im gehobenen Dienst ist das Abitur, eine vollständige Fachhochschulreife oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss Voraussetzung.

Das Bruttogehalt während Ausbildung beträgt knapp über 1.000 Euro pro Monat.

Verlauf der Ausbildung für den mittleren Dienst

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und gliedert sich in einen Unterrichts- und einen praktischen Teil. Vor Beginn des Unterrichts findet ein einwöchiges Einführungspraktikum statt.

Der sechsmonatige Einführungslehrgang beginnt nach dem Einführungspraktikum an einem der Ausbildungsstätten des Bildungs- und Wissenschaftszentrums der Bundesfinanzverwaltung (BWZ). Standorte des BWZ sind Plessow bei Potsdam, Rostock oder Sigmaringen. In einer Klasse mit 25 bis 30 Auszubildenden werden verschiedene Fächer unterrichtet. Dazu gehören Informationstechnik und Rechtslehre in den Bereichen Vollzug, Zolltarif, Verbrauchsteuer und Vollstreckung sowie im Straf-, Sozialversicherungs- und Ausländerrecht. Weiter steht Recht des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, allgemeines Steuerrecht und eine berufliche Grundbildung auf dem Stundenplan. Den Abschluss des Einführungslehrgangs bildet die Zwischenprüfung, welche aus vier schriftlichen Klausuren besteht.

Nach dem Einführungslehrgang folgt eine 12-monatige praktische Ausbildung. Sie findet an den Zolldienststellen des Ausbildungshauptzollamtes des Auszubildenden statt. Neben dem Kennenlernen der allgemeinen Aufgaben der Zollverwaltung, wird man auch in typische Geschäftsvorgänge eingebunden. Im Rahmen dieser selbstständigen Bearbeitung von Sachverhalten soll das erlernte Fachwissen gleich praxisnah angewendet werden. Neben der konkreten Ausbildung vor Ort finden praxisbezogene Lehrveranstaltungen am BWZ statt. Sie dienen der weiteren Verknüpfung von Praxiserfahrung und Fachwissen. Diese Lehrveranstaltungen schließen mit einer Klausur ab.

Nach dem Jahr in der Praxis findet der Abschlusslehrgang statt, der das rechtliche Wissen weiter vertieft. In diesen letzten sechs Monaten der Ausbildung als Zollbeamter wird auch ein Sporttest durchgeführt. Er ist eine Voraussetzung für Tätigkeitsbereiche beim Zoll, bei denen eine Waffe getragen wird. Das Ende des Abschlusslehrgangs bildet die Laufbahnprüfung mit vier schriftlichen Prüfungsarbeiten und einer mündlichen Prüfung.

Verlauf der Ausbildung für den gehobenen Dienst

Für die Ausbildung als Zollbeamter im gehobenen Dienst muss der Diplomstudiengang "Gehobener nichttechnischer Zolldienst des Bundes" absolviert werden. Diese duale Ausbildung dauert drei Jahre. Ein Teil des Unterrichts wird in Englisch gehalten. Ausbildungsort des dualen Studiums ist die Hochschule des Bundes am Bildungs- und Wissenschaftszentrum (BWZ) in Münster. Die praktische Ausbildung findet an den Dienststellen des Ausbildungshauptzollamtes des Zollanwärters statt. Mit erfolgreichem Studienabschluss erhält man den akademische Grad Diplom-Finanzwirt (FH).

Am Anfang der Ausbildung steht das sechsmonatige Grundstudium. Auf den Stundenplan stehen Fächer wie staatsrechtliche und -staatspolitische, volks- und finanzwirtschaftliche sowie sozialwissenschaftliche Grundlagen aus den Gebieten Pädagogik, Soziologie und Psychologie. Abgeschlossen wird das Grundstudium mit einer Zwischenprüfung, die aus vier Klausuren besteht.

Nach dem Grundstudium folgt die fünfmonatige Praktikumsphase. Sie besteht aus drei Praktika, in denen typische Geschäftsvorgänge bearbeitet werden. Außerdem lernt man die Aufgaben und Abläufe der Verwaltung kennen. In dieser Phase des Studiums finden aber auch praxisbezogene Lehrveranstaltungen an den Standorten des BWZ statt, die mit einer Klausur abgeschlossen werden.

Das zwölfmonatige Hauptstudium umfasst drei Studienabschnitte, die von zwei weiteren Praktika unterbrochen werden. Zu den Schwerpunktthemen des Hauptstudiums zählen allgemeines Steuer-, allgemeines und besonderes Zollrecht, Recht der sozialen Sicherung und Rechnungswesen der öffentlichen Verwaltung sowie Verbrauchsteuer- und Verkehrssteuerrecht. Zudem werden die Fächer Betriebswirtschaftslehre und Managementlehre unterrichtet. Wahlpflichtfächer wie Kontrolle, Abfertigung oder E-Government ergänzen den Fächerkanon. Am Ende des Hauptstudiums ist eine Hausarbeit zu schreiben. Zudem sind mehrere Klausuren abzulegen.

Mit der Laufbahnprüfung wird die Ausbildung als Zollbeamter abgeschlossen. Sie besteht aus sechs Klausuren und einer mündlichen Prüfung.

Nach Abschluss der Ausbildung

Wird die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, erfolgt in der Regel eine Übernahme in den Dienst als Zollbeamter, und man kommt in den Genuss aller Vorteile eines Beamten, so beispielsweise bei der Rentenversicherung. Auch gilt dann der Kündigungsschutz. Die Bezahlung richtet sich nach den Bezügen für Beamte.

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