Anrechnung von Ausbildungszeit

Gutschrift der Trainingszeit

Verrechnung der Zeit in der Berufsschule auf die betriebliche Ausbildungszeit für ganzjährige Auszubildende. Ein abgebrochener Ausbildungsgang kann in einem anderen Unternehmen fortgesetzt werden, so dass Ihnen die geleistete Ausbildungszeit angerechnet werden kann. Allerdings variieren die Möglichkeit und die Höhe der Anrechnung für den Ausbildungszeitraum von Land zu Land.

die Anrechnung von Schulunterricht und Reisezeit auf die Betriebspraktika

Gemäß 15 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) muss ein ausbildender Betrieb seine Lehrlinge von der innerbetrieblichen Berufsausbildung befreien, um am berufsbildenden Schulunterricht teilnehmen zu können. Das Ausbildungsgeld ist für den Zeitraum des erforderlichen Urlaubs weiter zu zahlen ( 19 BBiG) und nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen als innerbetriebliche Ausbildungszeit anzurechnen: Für minderjährige Auszubildende: "Eine Anstellung ist bis spätestens 11.00 Uhr vor Unterrichtsbeginn verboten").

Bei einem unter der Schule stattfindenden berufsbildenden Schultag mit mehr als fünf Lehrstunden (d.h. sechs und mehr Lehrstunden) darf nach der Berufsausbildung keine Betriebszugehörigkeit stattfinden. Auf die rechtlich erlaubte maximale Arbeitszeit von 40 Wochenstunden ist dieser Lehrtag mit acht Wochenstunden anzurechnen (§ 8 Abs. 1 JarSchG). Bei einem anderen Berufsschülertag in der KW mit mehr als fünf Lehrstunden kann der Lehrbetrieb festlegen, an welchem der beiden Berufsschülertage der Lehrling in den Unternehmen zurückkehren soll, sofern dadurch die Tages- und Wochenhöchstarbeitszeit für junge Menschen nicht überschritten wird.

die Sie auch bei der Ermittlung der Rückkehrzeit im Übungsbetrieb beachten müssen. Die Beschäftigung ist auch in der Regel in der Woche mit geplanten Blockstunden von mind. 25 Std. verboten. Lediglich weitere innerbetriebliche Weiterbildungsmaßnahmen (z.B. Schulungen) von bis zu zwei Wochenstunden sind erlaubt (§ 9 Abs. 1 Nr. 3). Bei erwachsenen Praktikanten sind Berufsschulperioden immer dann anzurechnen, wenn Berufsschulperioden und normale Betriebspraktika "zeitkongruent" sind.

D. h. wenn die innerbetriebliche Bildung auch während des Schulunterrichts durchgeführt werden könnte, dann muss die Zeit in der beruflichen Schule, einschließlich der Schulferien, als innerbetriebliche Ausbildungszeit berücksichtigt werden. Ist dagegen der Berufschulunterricht nicht kongruent, d.h. erfolgt er außerhalb der normalen Ausbildungszeit im Betrieb, so ist er (im Unterschied zur Auszubildendenverordnung) nicht unbedingt als Ausbildungszeit anzurechnen.

Aufgrund dieser vom Gesetzgeber erlaubten Eigenschaft ist es daher möglich, dass bei ausgewachsenen Praktikanten die Gesamtzeit des Praktikanten in der Berufsfachschule und im Unternehmen über der vertragsgemäßen täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit liegt. Die Zeitspanne, für die die Berufsfachschule zur Anrechnung der Kosten verpflichtet ist, umfasst neben den Lehrzeiten auch die pausenbedingten Zeiträume ( "Pausenzeiten", d. h. die Zeit, die ein Auszubildender für den Verbleib in der Berufsfachschule während der Freistellung benötigt) und die Reisezeit, um gegebenenfalls nach der Berufsfachschule wieder in den Unternehmen zu sein.

Dagegen wird die vom Auszubildenden benötigte Reisezeit von zu Hause zur Berufsfachschule nicht mitgezählt. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass ein Praktikant im Unternehmen im Rahmen der maximal erlaubten Arbeitszeit nach der Berufsfachschule ausbilden kann, wenn dies als "nicht unzumutbar" zu werten ist. Eine Wiedereingliederung in den Lehrbetrieb ist als unangemessen anzusehen, wenn z.B. die festgestellte verbleibende Ausbildungszeit in keinem angemessenen Verhältnis zur erforderlichen Reisezeit steht.

Gruppenunterricht: Prinzipiell wäre eine ergänzende innerbetriebliche Schulung von erwachsenen Lehrlingen nach der Berufsfachschule mit geplantem Gruppenunterricht möglich, wenn diese "nicht unangemessen" (wie oben beschrieben) wären und die Bestimmungen des Arbeitsstundengesetzes noch nicht erschöpft wären. Dabei ist auch die mit dem Praktikanten im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung festgelegte wöchentliche Ausbildungszeit zu berücksichtigen. Die länger dauernde Ausbildungszeit muss der Auftraggeber kompensieren, indem er dafür sorgt, dass der Praktikant in der folgenden Zeit weniger "arbeitet".

Erst wenn die folgenden Fragestellungen geklärt und vorher beantwortet wurden, kann die Restzeit der betrieblichen Ausbildung an berufsbildenden Tagen ermittelt werden: Sind die Auszubildenden in vollem Alter? Am Tag der Berufsausbildung, wie sind die üblichen Ausbildungen im Unter-nehmen? Inwiefern fallen die Zeiten der beruflichen Schule mit den normalen betrieblichen Ausbildungen zusammen (Abdeckung für erwachsene Lehrlinge)? Mit wie viel Zeit verbringen die Auszubildenden in der Berufsfachschule für ihren Schulunterricht, einschließlich der Auszeiten?

Wie viel Fahrzeit von der Berufsfachschule zurück zum Unternehmen (im Zweifelsfalle mit öffentlichen Verkehrsmitteln) wird als Zusatzausbildungszeit benötigt? Wurde die vertragsgemäße Wochenschulungszeit im Schnitt gehalten?

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