Abitur Ausbildung

Reifeprüfung

Wie sieht es nach Abschluss der Ausbildung aus? Ausbildungsbeauftragter am Scholl-Gymnasium Du musst nicht sofort lernen, nur weil du die High School abgeschlossen hast. "Das ist die Kernbotschaft der neun Azubis, die am gestrigen (19. Juni) in der elften Klasse des Gymnasiums Geschwister-Scholl in Münster-Kinderhaus über Berufswahl, Berufsausbildung und Unternehmen referierten. Koordinator der Mission war die Industrie- und Handwerkskammer Nordwestfalen (IHK), die mit dem Programm "Ausbildungsbotschafter" die berufliche Orientierung in Schulen anstrebt.

Zielsetzung der Maßnahme ist es, die innerbetriebliche Berufsausbildung für Hochschulabsolventen verstärkt zu fördern und die Betriebe bei der Suche nach Praktikanten zu begleiten. "Während der Einsätze der Bildungsbotschafter werden auch Fragestellungen aufgeworfen, die darauf hindeuten, dass die Jugendlichen einen Chefarzt nicht befragen - zum Beispiel nach Gehältern und Freizeit", erzählt Silke Deutschmann, ein Projektmitarbeiter bei der Industrie- und Handelskammer, über ihre früheren Erlebnisse.

"â??Darum geht es in unserem Projekt: Wir wollen vor allem Jugendliche glaubwÃ?rdig bestreiten, was sie von einer AusbildungsprÃ?fung erwarten könnenâ??, sagt Deutschmann. Auch angesichts der großen Anzahl von Schulabbrechern ist es den Schülern der Gymnasien nicht unwichtig, sich über die innerbetriebliche Berufsausbildung zu unterdrücken. Vielen Schülern, aber auch vielen Erziehungsberechtigten ist beispielsweise nicht bekannt, dass ein offizieller Studienabschluss als Industriekaufmann oder Betriebswirt heute ebenso viel bedeutet wie ein Universitätsabschluss wie ein Bachelor-Abschluss.

"â??Diese Form der Informationsbeschaffung durch SchulabgÃ?nger, die sich fÃ?r eine Lehre entscheiden, ist viel nachhaltigere und motivierender fÃ?r SchÃ?ler als die Forschung im Internetâ??, sagt der Direktor Ralf Cyrus. Dabei ist er davon Ã?berzeugt, dass die Bildungsbotschafter den SchÃ?lern Karriereaussichten zeigen werden, die sie "vielleicht noch nicht auf ihren Bildschirmen haben".

Von dem Vorhaben profitieren auch die Unternehmen: "Mit dem Engagement ihrer Lehrlinge lassen sie die zukünftigen Schulabgänger als Unternehmer und Ausbildungsbetriebe mit ihnen sprechen", sagt Deutschmann. Mittlerweile betreuen 143 Firmen das Vorhaben. Bereits 950 Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter sind seit dem Beginn im Jahr 2015 in die Schule gegangen und haben mehr als 23.000 Schülerinnen und Schülern über Lehrberufe und Ausbildungsbetriebe informier.

Last but not least kommen die Trainingsbotschafter selbst in den Genuss. In den Seminaren und während der Einsätze in den einzelnen Klassen trainieren sie ihr selbstbewusstes Erscheinungsbild und festigen ihr Selbstbewusstsein. Über ihr berufliches Orientierungsengagement bekommen sie ein Zertifikat.

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