Abfindung

Abgangsentschädigung

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Abfindungen angeboten werden. Die Arbeitsrechtlerin Katharina Schumann beantwortet unsere Fragen zur Abfindung. Ein Abfindungsanspruch besteht ausnahmsweise, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber beendet wurde. Wahrscheinlich der prominenteste Mythos im Arbeitsrecht ist, dass die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses nur gegen Zahlung einer Abfindung möglich ist. Erfahren Sie, wie Sie die Abfindung berechnen können / ob sie Ihnen zusteht.

Wie hoch sollte Ihre Abfindung sein?

Das Thema Abfindung ist in erster Linie rechtlich geregelt. Inwiefern und wie Sie von einer Abfindung profitieren können, ist in erster Linie davon abhängig, wie sich Ihr Dienstgeber von Ihnen trennt und ob es einen rechtlichen Grund für die Beendigung gibt. Sie haben nur dann Anspruch auf Abfindung, wenn kein Grund zur Kündigung vorlag.

In solchen FÃ?llen kann Ihnen Ihr Dienstgeber eine Abfindung unter Verzicht auf das Recht, im Austausch gegenÃ?ber eine Klage auf KÃ?ndigungsschutz zu erheben, aushandeln. Typischerweise ist die gesetzlich zulässige Beendigung die sogenannte "operative Beendigung". Im Falle einer geschäftsbedingten Mitteilung haben Sie zunächst keinen Anrecht auf eine Abfindung. Damit jedoch eine operative Auflösungserklärung ausgesprochen werden kann, ist es notwendig, dass eine Position vollständig aufgelöst wird und auch in Zukunft, d.h. nicht wieder besetzt werden soll.

Allerdings muss das Untenehmen in diesen Faellen pruefen, ob es moeglich waere, in einer verknuepften Position weiterzuarbeiten und auch die sogenannte soziale Selektion durchgefuehrt haben. Wenn z. B. der Chef des zentralen Controllings entlassen wird, weil das Controllings in absehbarer Zeit nur noch in den einzelnen Ländern erfolgen wird, ist eine "betriebsbedingte Entlassung" bei nur einem Kontrollleiter möglich.

Wird dagegen das Regionalcontrolling von acht auf sieben Arbeitnehmer verkleinert, muss die so genannten Sozialselektionen stattfinden und der Arbeitnehmerrat vor der Entlassung konsultiert werden, d.h. vereinfacht: Die jugendlichen ledigen Arbeitnehmer gehen vor. Allerdings sind die Regelungen der sozialen Selektion in der Unternehmenspraxis so kompliziert, dass in der Regel eine Abfindung vor Gericht beschlossen wird.

Falls Ihnen keine Abfindung oder ein Outsourcing vorgeschlagen wurde, kann dies der beste Weg sein. Allerdings, wenn ein entsprechendes Abfindungsangebot oder Outsourcing auf dem Markt steht, kann es für Sie vernünftiger sein, Ihre Kräfte auf einen neuen Arbeitsplatz zu konzentrieren, als den letzen Trennungsbetrag durch rechtliche Schritte zu "erschöpfen".

Sie haben nach der Beendigung exakt drei Monate Zeit, um eine Kündigungsschutzerklärung einzureichen, ansonsten haben Sie die Beendigung durchgesetzt. Rechtlich gesehen ist Ihr Anspruch gegen Ihren Dienstgeber ein Anspruch auf Wiedereinsetzung, da es in der Regel keinen rechtlich festgelegten gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung gibt. Praktisch kommt es oft vor, dass Sie Ihren Job mit einer Abfindung "gekauft" bekommen, da Ihr Auftraggeber kein Recht auf einen unbefristeten Job hat.

Mit der Aufnahme einer neuen Tätigkeit erlischt jedoch Ihr Interessengebiet an der Kündigungsschutzmaßnahme und damit die Verhandlungsmöglichkeit einer Abfindung. Häufig werden sie Ihnen jedoch eine Abfindung vorschlagen und Ihnen keine Kündigungen im Rechtssinne zukommen lassen. Zahlreiche Gesellschaften bemühen sich, rechtliche Auseinandersetzungen von Anfang an zu verhindern und offerieren in Ausnahmefällen, in denen es keinen Rechtsgrund für eine Beendigung gibt, aus eigener Initiative einen Abfindungsvertrag mit Abfindung und Auslagerung.

Eine normale Abfindung errechnet sich aus der Multiplikation der Beschäftigungsjahre mit einem Halbmonat mit einem vollen Monatslohn. In unserer letzten Umfrage haben wir die in unserer Untersuchung 2017 geleisteten Abfindungszahlungen untersucht. Ist ein solches Abgangsangebot gut konzipiert, ist es oft empfehlenswert, es anzunehmen. Bis zu 50% des Anspruchs auf Arbeitslosenunterstützung können verloren gehen, da Sie aus der Perspektive des Arbeitsmarkts "aktiv" an Ihrer Kündigung teilgenommen haben.

Die Personalverantwortlichen schlagen daher in der Regel oft vor, den Satz "Diese Einigung wird gleichzeitig getroffen, um eine Beendigung durch den Arbeitgeber zu vermeiden" in die Aufhebungsvereinbarung einzufügen, so dass der nicht mehr gewünschte Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt vollständig bezieht. Die Verhandlungsspielräume des Auftraggebers sind nahezu immer gegeben, die Sie auch ohne gerichtliche Verfahren und einen Rechtsanwalt erkunden können.

Wenn möglich, sollten Sie verhandeln: eine Beurlaubung, um sich ganz auf die fachliche Neuausrichtung zu fokussieren, eine Teilumstellung der Abfindung in eine längerfristige Vertragsrestlaufzeit, die Ihnen ein Sicherheitspuffer gibt und es Ihnen ermöglicht, sich von einer bestehenden Position aus umzuorientieren. Nur letztendlich sollten Sie über eine maximale Abfindung nachdenken, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das Kapital rasch aufgebraucht ist und Ihnen keine neuen Karrierechancen eröffnet.

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